Warum drehen die Deutschen Western?

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Lex Barker war 1960 der Meinung, dass ein deutscher Western niemals funktionieren könnte. Zwei Jahre später spielte er den Old Shatterhand in „Der Schatz im Silbersee“ – einem der größten deutschen Filmerfolge, der auch international Anerkennung und Publikum fand. Im Vorfeld waren die Kritiker über „In einem wilden Land“ jedoch geteilter Meinung. Aber warum eigentlich?

Zunächst einmal gebührt Sat1 großes Lob für den Mut, dieses Projekt anzugehen. Normalerweise hören Drehbuchautoren, wenn sie eine Geschichte vorschlagen, die nur halb so aufwendig ist, immer den Satz: „Viel zu teuer.“ Tja, nach „billig“ sehen dann halt auch alle neueren Produktionen aus… Nicht so „In einem wilden Land“. Man drehte zwar nicht in Nordamerika, sondern in Südafrika, aber für einen TV-Film lässt es sich gut ansehen.

Wenn „Der Westen“ titelt: „Spaghetti-Western waren gestern. Jetzt kommt ein Kartoffel-Western“ dann irrt auch er gewaltig. Es gibt den Krautwestern schon länger als den Spaghetti-Western, der im Übrigen aus ihm entstanden ist. Durch die 6 Millionen Deutsche, die bis zum Ersten Weltkrieg in die USA ausgewandert sind und nicht selten in Siedlertrecks über die Prärien zogen, ist der Westen bereits seit 150 Jahren Teil der deutschen Populärkultur. Nicht durch diesen Film entstand ein neues Genre. Vielmehr ist „Im einem wilden Land“ die neueste Ausprägung eines Motivs, dass nicht nur Karl May bereits stark beackert hat.

Leider war die Handlung etwas zu schnulzig, als dass der Film zu einem Klassiker werden wird. Leider war Benno Führmann nicht in Bestform. Leider kam kein richtiges Westerngefühl auf. Leider, leider… Aber dennoch ziehe ich meinen Hut vor dem Mut, diese Produktion anzugehen. Sowas ist mir allemal lieber als das RTL-Filmevent „Helden – wenn Dein Land Dich braucht“.

Zwei Punkte noch, liebes Sat1: Auf eurer Website schreibt ihr, dass „Gojko Mitic … in den 60er Jahren in diversen Karl-May-Verfilmungen zum Chefindianer der DEFA avancierte“. Das ist falsch, denn das sind zwei unterschiedliche Filmreihen. Vielleicht sollte da der Homepagepraktikant besser recherchieren… Mitic spielte in der Karl-May-Verfilmung „Unter Geiern“ einen Gegenspieler Winnetous, UND er war der Chefindianer der DEFA. Aber egal.

Was ich noch zu kritisieren hätte, wäre der Titel. Der wilde Westen war nur dort wild, wo Desperados und Outlaws sich nicht an die Gesetze hielten. Die einzelnen Kulturen der verschiedenen Native Americans waren teilweise sogar sehr zivilisiert. Wild waren da eher Armee und Siedler. Aber vielleicht meinte das ja auch der Redakteur, der den Film taufte.

Ach ja, kleiner Lesetipp: 20 populäre Irrtümer über den Wilden Westen.

Leserbrief: Hilfe! Das TV ist krank…

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Von unserer Leserin Tanja Volk erhielten wir folgenden Leserbrief, den wir hier gerne veröffentlichen:

Vor ein paar Tagen bin ich auf diesen sehr interessanten Blog gestoßen und mein erster Gedanke war: Ja! Da gibt es jemand, der die Fernsehlandschaft ganz ähnlich betrachtet wie ich. Da das heutige Programm beherrscht wird von Trash-TV, Assi-TV und Dauerwerbesendungen, hab ich mich oft nicht getraut, als „Spielverderber“ dazustehen und Sendungen totdiskutieren zu müssen. Zudem reguliert nachwievor die Nachfrage das Angebot und unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren so entwickelt, dass solche Sendungen gefragt sind.

Die TV-Sender regieren darauf, weil es heutzutage ein knallhartes Geschäft ist, das durch Quoten regiert wird. Der Erfolg steht und fällt mit der Quote.
Eigentlich mag ich persönlich die Aussage „Früher war alles besser“ überhaupt nicht, denn die Zeiten ändern sich eben, aber aufs Fernsehen bezogen, muss ich diese Aussage teilweise bestätigen. Woran liegt das? Früher hatte man wesentlich weniger Sender und zwangsläufig weniger Formate. Man freute sich noch auf den Samstag-Abend, wenn sich die ganze Familie vor dem Fernseher versammelte und alle gemeinsam eine Unterhaltungssendung schaute. Es war ein Gemeinschaftserlebnis. Als Kind freute man sich auf das Ferienprogramm, es gab ja keine 24-Stunden-Dauerberieselung auf mehreren Kanälen. Ich habe selbst zwei Kinder, wir haben zu Hause drei Fernseher und das „Gemeinschaftserlebnis“ bleibt auf der Strecke. Auf den gefühlten 500 Sendern, ist jeder am Dauerzappen, um seine eigenen Interessen zu decken. Ich möchte jetzt aber nicht dastehen wie der intellektuelle Fernsehzuschauer…nein..ich lasse mich auch gerne einfach nur berieseln. Unterhaltungssendungen sind mir momentan fast schon zu überdreht. Ich nenne das gerne „Halli Galli Drecksauparty“. Gut, ich mochte früher „Spiel ohne Grenzen“ sehr gerne, da wurde auch schon gespielt, ohne intellektuellen Anspruch, aber heutzutage spielt man sich fast schon zu Tode….und überall Promis, Promis, Promis. Es gibt kaum noch Formate, wo es kein dazugehöriges Promi-Format gibt. Viel amüsanter ist, wer sich heutzutage alles Promi nennen darf? Man sperrt sie überall hin, in Häuser, in den Dschungel, auf Almen, nach Afrika. Vielleicht sollte man den ein oder anderen einfach nicht mehr rauslassen? Dann würden eventuell auch die Formate wieder von der Bildfläche verschwinden…

Dazu kommen noch die „Assi-TV“-Formate, ich nenne sie persönlich so. Wieviele Familien begleitet man inzwischen schon mit der Kamera? In wievielen Wohnzimmern wurde schon gedreht? Und ganz schlimm finde ich die Formate, wo das alles nur gespielt ist? Schlechte Darsteller, die sich teilweise Schauspieler nennen und Drehbücher, an denen sich unsere Kinder vielleicht noch Beispiele nehmen?
Filme und Serien werden immer mehr aus USA „eingekauft“. Schaffen wir es einfach nicht mehr gute Filme oder Serien selbst zu produzieren oder ist es auch hier „Geschäft“ und nicht mehr rentabel, eigene Ideen umzusetzen? Gut, ich habe früher auch amerikanische Serien geschaut, als noch nicht alles CSI war, sondern noch Denver, Dallas, Falcon Crest, ein Colt für alle Fälle und Miami Vice hieß. Damals, als es noch mehr lebendige als tote Personen und weniger Action in den Serien gab. Trotz allem gab es auch die Schwarzwaldklinik, den Monaco Franze und die Kir Royal-Szene, die uns unterhielt. Und Filme? Spielfilme schaue ich grundsätzlich lieber im Kino als im Fernsehen.

Aber ja, es gibt sie noch, die Sendungen, die sehenswert sind. Manchmal traue ich mich aber gar nicht zu sagen, welche Formate ich gut finde. Meine Generation neigt dazu, dass man dann als „altmodisch“ oder „Spaßbremse“ bezeichnet wird. „Willst du intellektuell wirken?“, habe ich auch schon zu hören bekommen. Nein! Das möchte ich nicht! Dann könnte ich auch den ganzen Tag Arte schauen. Fernsehen soll einfach meinen Anspruch von Unterhaltung erfüllen. Ich bin persönlich sehr an Menschen, ihrem Verhalten und ihren Geschichten interessiert. Deshalb gibt es fünf Sendungen, die ich regelmäßig schaue: „Straßenstars“, „Sag die Wahrheit“, „Kesslers Expeditionen“, „37 Grad“ und „Tatort“. Alles recht einfache Sendungen ohne Schnickschnack! Auch versuche ich wöchentlich die Freitag-Abend-Talkshows im Dritten zu verfolgen, wobei die Tendenz die letzten Jahre auch in Richtung Dauerwerbesendung geht. Die Leute stellen ihre Bücher, Programme, Sendungen und Projekte vor und ich finde, die zwischenmenschlichen Gespräche gehen sehr verloren.

Somit bin ich bei meinem Lieblingsthema gelandet. Das Fernsehgeschäft! Betonung auf Geschäft! Ich persönlich nenne es immer Haifischbecken. Nein, ich kenne mich in der Branche überhaupt nicht aus, zumindest nicht hinter den Kulissen. Ich sitze zu Hause vor einer Glasscheibe, „glotze“ in ein eckiges Gerät und mache mir ein Bild davon, wie das auf mich als Zuschauer wirkt. Für mich entsteht die letzten Jahre der Eindruck, die „Fernsehmacher“ und auch die Menschen vor der Kamera machen das nicht mehr vordergründig, um die Leute zu unterhalten und zu bespaßen, sondern es ist ihr Job, im dem sie gut verdienen und ordentlich Profit schlagen können. Moderatoren wechseln ständig die Sender, Formate werden eingestellt, es kommen sogenannte Erfolgsformate, die im Ausland gut laufen. Es ist mir einfach alles zu profitorientiert und nicht mehr ehrlich genug.

Mancher wird jetzt denken: „Warum motzt sie denn hier herum und drückt nicht einfach den Aus-Knopf?“ Nein, ich schau gerne fern. Vor 20 Uhr läuft er bei mir nicht, aber ich kenne queerbeet so ziemlich alle Sendungen, weil ich eine Zapperin bin und gerne hin und herschalte. Manchmal bleibe ich an dem ein oder anderen Format hängen und amüsiere mich köstlich, wie Fernsehen so läuft. Ich habe letzte Woche tatsächlich eine ganze Folge „Bauer sucht Frau“ durchgehalten. Da ich die Sendung „Switch Reloaded“ genial finde, ist es natürlich auch wichtig zu wissen, worüber ich mich lustig mache. Ja, Thema Comedy. Ich bin schon seit vielen Jahren ganz großer Comedy-Fan. Im Fernsehen wird mir das die letzten Jahre zuviel. Es ist viel Schrott dabei, vor allem wenn man Fan von Live-Bühnenshows ist, was ein gewaltiger Unterschied zur Comedy-Unterhaltung im Fernsehen ist. Es gibt Formate, die sind recht lustig, kommt aber in den seltesten Fällen an eine Bühnenshow ran. Ich sage immer, es ist wie bei Schauspielern. Nur ein Schauspieler, der ein Publikum einen Abend lang auf einer Theaterbühne unterhalten kann, ist ein guter. Fernsehen ist ein lukrativer Nebenjob, sagt aber für mich nichts über das Können aus. So auch bei der Comedy, ein Genre, in dem es fast noch schwerer ist, ein Publikum von einer Bühne aus zu unterhalten, denn Komiker müssen nicht nur unterhalten, sondern auch die Gabe haben, die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Ein reiner Fernseh-Comedian würde im Leben nie die Anerkennung von mir bekommen, die ein Komiker auf der Bühne erntet. Hier kann man nichts schneiden und nichts wiederholen. Es muss einfach sitzen! Da merkt der Zuschauer, wenn etwas gestellt lustig wirken soll. Leider ist es halt so, dass inzwischen alle Bühnen-Komiker auch im Fernsehen zu sehen sind. Es ist in der heutigen Zeit ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Erfolg.

Ich bin seit vielen Jahren Fan von Bülent Ceylan, noch bevor er im Fernsehen mit seiner eigenen Show war. Sehr oft bin ich bei seinen Live-Auftritten dabei und als ich damals hörte, er bekomme eine eigene RTL-Show, stand ich der Sache anfangs auch kritisch gegenüber. Ich weiß, wie er live ein Publikum unterhalten kann, dass er ein gnadenlos guter Komiker ist und menschlich sehr auf dem Boden geblieben ist. Ich hatte wirklich Bedenken, dass er gerade bei RTL verheizt werden könnte und die Zuschauer vielleicht einen falschen Eindruck bekommen. Es war doch im Nachhinein nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Ich war insgesamt bei acht Aufzeichnungen in den vier Staffeln dabei und es lief vor Ort in Köln alles sehr human ab. Vielleicht gibt es doch Unterschiede bei den einzelnen Produktionen. Ich hatte hierbei nicht so wirklich den Eindruck, dass alles nur Geschäft ist, sondern dass es in erster Linie um Unterhaltung geht. Jedoch hörte ich in meinem Umfeld in der Zeit auch viele Stimmen, die ihn NUR durch das Fernsehen kannten. Aussagen wie „Typischer RTL-Comedian“, „Der schreit auch nur plakativ im Fernsehen rum“, „Trash-TV“ bekam ich zu hören und ich musste oft auch Gegenargumentieren: „Geht zu einer Live-Bühnenshow und reduziert ihn nicht nur auf`s Fernsehen“. Das fruchtete meistens. Ich kenne niemanden, der je gesagt hat, er findet ihn im Fernsehen besser als auf der Bühne.

Aber es gab auch einen Abend, an dem meine Befürchtungen bestätigt wurden. Wie gesagt, ich mag Comedy und dachte mir dieses Jahr: „Jetzt hab ich jahrelang den Deutschen Comedypreis im Fernsehen angeschaut. Fährste mal hin, wie das so vor Ort ist.“ Ich kam zurück mit der Erkenntnis: „Das brauche ich nicht wieder!“ Das lag vielleicht auch daran, dass ich vor Beginn der Aufzeichnung zwei ganz negative Erfahrungen mit zwei „Möchtegern-Promis“ gemacht habe und schon etwas geknickt in die Aufzeichnung ging. Ich fand das alles etwas aufgesetzt und geheuchelt. Vielleicht habe ich dabei auch einfach zuviel nachgedacht. Mit den Nominierungen war ich im Vorfeld schon nicht zufrieden und die Preise, die vergeben wurden, sind in meinen Augen nicht immer in den richtigen Händen gelandet. Ich fing dann währenddessen an nachzudenken, warum, wegen welchem Vertrag, wegen welchem Sender und welchem Profit man nun demjenigen den Preis gibt. Das ein oder andere Mal dachte ich auch: „Mist! Daheim auf der Couch könnte ich jetzt mal herumzappen, im zappen bin ich Weltmeister“. Dieser Abend war eine Erfahrung, die mich bei ganz vielen Ansichten, was die Fernsehbranche betrifft, bestätigt haben.

Das war jetzt sehr viel Kritik am Medium „Fernsehen“, aber ich finde generell schade, dass es sich in eine falsche Richtung entwickelt. Ich schaue trotzdem jeden Abend rein, irgendwo findet sich immer etwas und falls nicht, es gibt auch noch das Internet, dass inzwischen in unserer Gesellschaft schon fast den höheren Stellenwert hat, zumindest was die Informationen betrifft.
Ich habe mich wirklich gefreut, diesen Blog hier gefunden zu haben, der sich zwar mit Fernsehen beschäftigt, das ein oder andere auch gut findet, aber auch immer die kritischen Aspekte mit einbaut. Definitiv bin ich seit letzter Woche „Stammleser“. Danke an den Blogger für die Mühe, bestimmte Sendungen zu analysieren.

LG
Tanja,
die als Kind Captain Future oder Linus von den Peanuts heiraten wollte, die Lucys Knetfiguren gerne zu Hause gehabt hätte, die Heidi beneidet hat, die relativ früh entdeckt hat, dass es die Intrigen und Eigeninteressen von Dallas, Denver und Falcon Crest auch im richtigen Leben gibt und deshalb Sonntag für Sonntag mit den Tatort-Kommissaren für eine bessere Welt kämpft!

Wer starb bei den Simpsons?

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Ich sag’s gleich: !!! SPOILERALARM !!!

Wer nicht wissen will, wer gestern bei den „Simpsons“ gestorben ist, der sollte lieber den Artikel über den Tatort lesen. Ansonsten: Weitermachen!

Nun ist es also raus. Wochenlang haben die Simpsons-Fans spekuliert, welchen Charakter nun das Schicksal ereilen wird. Doch mit dem Ergebnis dürften einige sehr unzufrieden sein, zumal dieses Ergebnis sofort neue Spekulationen losgetreten hat.

Also, in der „Die Simpsons“-Episode „Four Regrettings And A Funeral“ starb kein geringerer als Chip Davies! Was, noch nie von ihm gehört? Er ist Springfields „Most beloved character that you never saw“. Scheinbar geht es den Simpsons drüber in der neuen Welt nicht mehr ganz so gut, wenn die Macher auf entsprechende Marketing-Kniffe zurückgreifen müssen, um das Interesse an der Serie anzufeuern.

Und: Enttäuscht? Erleichtert? Es traf also nicht Kwik-E-Mart-Besitzer Apu Nahasapeemapetilon, wie Bild.de unlängst verkündigte. Und auch Mrs. Krabappel blieb verschont. Allerdings wird diese Figur aus der Serie genommen, nachdem ihre Sprecherin Marcia Wallace unlängst verstorben ist.

Da die Macher von den Simpsons zuvor angekündigt hatten, dass die Figur, die letzten Sonntag sterben sollte, bereits mit dem Emmy ausgezeichnet worden ist, bleiben die Spekulationen, denn Chip Davies kommt für diesen Punkt nicht in Frage. Man darf also gespannt sein, ob sich diese Marketing-Strategie durch die gesamte Simpsons-Staffel ziehen oder ob die Serie im großen Stil von Edna Krabappel und ihrer verstorbenen Stimme Abschied nehmen wird.

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Einen kleinen Abschied gab es letzten Sonntag bereits. Im Vorspann schrieb Bart Simpson dieses Mal an die Tafel „We’ll really miss oyu Mrs. K.“ Den Rest des Vorspannes bestimmte dann ein überlanger Couch-Gag, der Peter Jacksons „Hobbit“ parodierte:

Das Vierte spielt täglich grüßt das Murmeltier mit Louis de Funes

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Manchmal passiert es, dass man am Samstag so viel Mist geboten bekommt, dass man bis in die oberen Programmplätze schaltet. Nicht bis zu RTL 2, aber immerhin bis zum „Vierten“. Dort lief heute Abend „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ mit Louis de Funes. Da ich den Film seit gefühlt 1982 nicht mehr gesehen habe, bin ich hängen geblieben.

Irgendwann kam dann die Werbepause, die ich geschickt umzappt habe. Doch als ich wieder zurück auf dem „Vierten“ war, erlebte ich den „Groundhog Day“ des Deutschen Fernsehens. Der Sender strahlte den Film wieder von vorne aus! Ich wollte es zunächst nicht glauben, weil ich mir das im Grunde nicht erklären konnte. Ein kleiner Blick in meine Twitter-Timeline brachte Aufklärung: Das „Vierte“ strahlte den Anfang des Films bereits zum vierten Mal hintereinander aus!!!!!! AARRRRGGGGGHHHHH Und nicht nur das: Nach der vierten Wiederholung des Anfangs war dann auch Ende Gelände mit dem Film und man fuhr mit dem Programm fort, als wäre nichts gewesen.

Was ist denn da los bei euch? Habt ihr nur bekiffte (und unbezahlte) Praktikanten eingestellt, die glauben, dass das keiner merkt? Oder ist das ein verzweifelter Marketing-Gag von eurem Sender, um wenigstens etwas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Aufmerksamkeit gibt’s jetzt, aber dafür lege ich euren Sender jetzt hinter RTL2, quasi an den Arsch meiner Fernbedienung.

Aber immerhin weiß ich jetzt, warum ihr das „Vierte“ heißt. Nicht weil ihr bei der Fernbedienung auf Taste Vier liegen wollt. Ach ja: Hab versucht, auf eure Homepage zu kommen. Das geht grad auch nicht. Auch die Praktikanten? Oder überwachen bei euch Profis den Server?

Vielleicht war die gekürzte und viermal wiederholte Version der „Abenteuer des Rabbi Jacob“ auch die Vorwegnahme des Films, der danach lief: „Mini-Movie“. Der dauerte nämlich nur 10 Minuten, bevor es ins Teleshopping überging.

Mompfred Bockenauer, Hausmeeschda – A Tribute

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Das erste Mal gesehen hab ich Mompfred bei Nightwash damals auf dem WDR Fernsehen. Er hat sich ausführlich mit einer „Bumbewosserzong“ beschäftigt und den Irrtum hinter der Bezeichnung „Wasserpumpenzange“ offen dargelegt. Scheinbar verdreht das Hochdeutsche hin und wieder Begrifflichkeiten… Der Mompfred hat sich alle Mühe gegeben uns aufzuklären, und mir liefen die Tränen vor lauter Lachen übers Gesicht. Seither liebe ich den Mompfred.
Dass Dich, lieber Mompfred, einmal eine Berliner Zeitung als „Hoosmeestaa“ bezeichnet hat, tut mir leid. Du bisch doch „Hausmeeschda“! Ich würd nur gern wissen, auf welches Gebäude du „uffbasch“, wo Du für Recht und Ordnung sorgst, denn ich würde jeden Tag vorbeikommen. Du machst das nämlich gut, Mompfred.
Mich hat jedoch verwundert, dass Google Dich kaum kennt. Die Maschine spuckt einen Prof. Dr. Manfred Bockenauer aus. Das bist aber nicht Du, oder? Und Dein Sohn wirds auch nicht sein. Haben die Waltraut und Du Kinder? Ich glaub, ich erwähn die Waltraut besser nicht… Wenn ich bei Google dann „Mompfred Bockenauer Hausmeeschda“ eingebe, kommt genau ein Treffer. Vom Luisenpark. Seebühnezauber. Aus Monnem natürlich. Die wissen halt, wer Du bist.
Deshalb hab ich mir „gedenkt“, dass Du noch einen zweiten Treffer brauchst. Lass Dir mal vom Bülent zeigen wie man googelt, dann findest Du den zweiten Treffer. Ich bin mir nämlich sicher, dass Du „kään Scheiß für die Zeit“ mit Google hast.
Allein für den Auftritt mit der „Bumbewosserzong“, lieber Mompfred, etwas für Dich und nur für Dich in Deiner Muddasprooch:
Liwa Mompfred, die Waltraut is fort? Des mescht doch nix. Bisch draurisch? Du hosch doch nix dodevu! Monnem hot ah annere schääne Däschder. Un wenns nix werd, fahr niwwa na Ludwigshafe. Do isses wenigschtens billischa.

Das ist zwar nicht der Auftritt aus Nightwash, aber immerhin Mompfred mit einer „Pumpenwasserzange“, wie die Oxforddeutschen sagen würden:

The Voice of Germany mit einem finnischen Showrunner

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Samu rockt! Anders kann man es nicht beschreiben. Nachdem die zweite Staffel von The Voice of Germany etwas abgefallen war, erstrahlt die neue Staffel mit neuem Glanz. Schuld daran ist ein Finne.

Der finnische Songwriter, Gitarrist und Frontmann der finnischen Band Sunrise Avenu Samu Haber ist derzeit in aller Munde. Noch vor wenigen Wochen war er unbekannt, nun gilt er als absoluter Publikumsliebling unter den Voice-of-Germany-Zuschauern. Besonders die weiblichen Fans sind von dem Finnen angetan, wie ein Blick auf die Twitter-Timeline zeigt. Sie überschlugen sich gerade vor Liebesbekundungen.

Aber auch für die Männer hat Samu Haber einen hohen Unterhaltungswert. Das dürfte einerseits an seinen selbstbewussten Sprüchen liegen, andererseits merkt jeder sofort: Samu Haber ist authentisch bis ins Mark.

Er liebt Musik, und er zeigt dies. Er geht mit den Kandidaten mit und ist im Grunde in jeder Ecke des Studios zu finden, während andere – allen voran Jury-Kollege Max Herre – an seinem Stuhl zu kleben scheint.

Samu Haber besitzt Charme, Humor und Schlagfertigkeit. Er ist ein geborener Entertainer. Und was ihn besonders sympathisch macht, ist der finnische Akzent. Sein Ausspruch „Hühnerhaut“ anstatt „Gänsehaut“ ist mittlerweile legendär.

Nicht zu vergessen sind dabei die Cowboys von „BossHoss“, die sich mit Samu herrliche Frotzeleien liefern. Mit diesem Setting könnte es noch viele „Blind Auditions“ geben. Doch man darf auch gespannt sein, wie sich Samu Haber in den nächsten Runden schlagen wird. Der Show tut er gut.

Übrigens: So ganz Finne ist Samu natürlich auch nicht. Sein Nachname „Haber“ ist typisch Deutsch. Genauso wie sein Vater. Durch „The Voice of Germany“ hat der Musiker nun auch im Heimatland seines Vaters den Durchbruch geschafft. Man darf gespannt sein, was da aus dem kalten Norden Europas noch kommen wird.