Der Parade-Bully macht Buddy und keine Parade

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Bully war nicht schon immer lustig, er war vor allem schon immer sehr kreativ, wenn es darum ging, seine Formate zu vermarkten. Die Vorfreude am „Schuh des Manitou“ wurde durch die Mini-Ausschnitte in der Bullyparade angeheizt, „Traumschiff Surprise“, „Lissi und der Wilde Kaiser“ und besagter „Schuh des Manitou“ waren durch Bullys TV-Präsenz bereits einem Millionenpublikum bekannt, bevor auch nur eine Klappe zu den Produktionen gefallen waren. Das Casting für „Wickie“ öffentlich und auch noch im TV stattfinden zu lassen, bescherte dem Münchner Sender nicht nur ein weiteres Casting-Format, sondern war im Grunde eine wochenlange Werbeveranstaltung für den Film.

Bully Herbig weiß also genau, was er tut. Und er tut es in aller Regelmäßigkeit mit großem Erfolg. Nachdem er sich in den letzten Jahren sehr rar gemacht hatte, ist er nun mit Pauken und Trompeten zurück auf dem Bildschirm. Auch hier weiß Herbig genau, was er tut. Er ist eben nicht wie alle Comedians, Komiker und Blödelbarben überpräsent und zwangsweise Gast in allen Spaß-Formaten der Privaten, er weiß sehr genau, wann er sich zurückziehen sollte und wann er Vollgas geben muss.
Kurz vor seinem neuen Kinofilm „Buddy“ ist nun wieder die Vollgaszeit gekommen. Was liegt da näher als den neuen Film wieder mit einem Fernsehformat zu bewerben? Bully spielt sich einmal mehr selbst. In der neuen Sitcom geht es darum, wie Bully seinen Film „Buddy“ macht. Ganz simpel. Aber simply clever. Bewusst oder unbewusst lehnt er sich dabei an Jerry Seinfeld oder Larry David an, die ihrerseits durch das Spiel mit der Realität große Erfolge feiern konnten.
Doch mir persönlich wäre es fast lieber, wenn es einfach nur eine neue Show mit Bully Herbig wäre. Ich brauche „Buddy“ nicht. Ich will Bully. Wenn also die neue Sitcom nur dafür produziert wurde, um „Buddy“ zu bewerben und somit nie eine zweite Staffel haben wird, dann hat das für mich irgendwie einen schalen Beigeschmack.
Denn im Grunde kann man „Bully mach Buddy“ nur loben: Selten haben deutsche Sitcoms ein derart hohes Komik-Niveau. Die Gags sitzen und sind gut getimt, was hierzulande selten ist. Auch das Set der Sitcom könnte aus einer US-Produktion stammen. Insofern ist zu hoffen, dass „Bully macht Buddy“ Schule macht und weitere Sitcoms in dieser Qualität nach sich ziehen wird.

Am Schluss bleibt eigentlich nur eine Frage: Wer ist überhaupt „Buddy“? Mir wäre es nämlich lieber, die neue Sitcom wäre keine Promo für den neuen Film, sondern ein fortwährender Bestandteil des Deutschen Fernsehens.

80er-Jahre Revival – The Goldbergs auf ABC

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Man soll ja Gelegenheiten immer beim Schopf ergreifen. Vor wenigen Wochen war ich in den USA und habe die ersten Folgen der Serie „The Goldbergs“ auf ABC gesehen. Bereits der Trailer hat bei mir Vorfreude ohne Ende ausgelöst. Eine Serie im 80er-Style mit 80er-Klamotten und 80er-Sprüchen. Eigentlich hatte ich das seit ALF nicht mehr…
Fasziniert hat mich zunächst, dass – nach Mad Men und Pan Am – sich eine weitere Serie einem Jahrzehnt widmet. Diesmal waren es die 80er-Jahre, und die Serie scheint ganz auf Unterhaltung und Spaß getrimmt zu sein. Doch um entweder in Richtung Mad Men zu gehen oder auch um an „Die wunderbaren Jahre“ heranzureichen, fehlen ihr Tiefgang und Esprit.
UND: Es fehlt ihr an gut gezeichneten Charakteren. Irgendwie scheint jeder in der Familie ein Choleriker zu sein. Das macht vielleicht dem Autor Spaß zu schreiben, der Zuschauer vermisst jedoch schnell etwas Abwechslung.
Leider, leider sind die Goldbergs daher nur halb so lustig, wie sie hätten sein können. Der Autor klebt zu sehr an seiner eigenen Vergangenheit und versieht zudem den Abspann mit Filmschnipseln der eigenen Familie aus den 80ern. Muss nicht sein. Schreib lieber was Witziges, als uns alle daran teilhaben zu lassen, wie Du die 80er-Jahre und die Erlebnisse mit Deiner Familie aufarbeitest.
Einziger Lichtblick aus meiner Sicht ist Jeff Garlin, der hierzulande wahrscheinlich eher unbekannt ist, aber neben Seinfeld Co-Creator Larry David bereits in Curb Your Enthusiasm brillierte. Garlins erster Auftritt als Familienvater war mein absoluter Höhepunkt, und ich musste lauf auflachen. Doch Vorsicht! Bereits nach fünf Sekunden ist die Nummer auch schon wieder vorbei:

Was mit den Goldbergs in der deutschen Synchronisation passieren wird, kann man sich im Moment noch gar nicht vorstellen. Vielleicht schaffen Sie es nicht über den Atlantik – und wenn sie es doch schaffen, drücke ich die Daumen, dass der deutschen Synchronisation etwas gelingt, was nur ganz selten passiert (aber immerhin passiert es bisweilen): Nämlich dass die Synchronisation lustiger ist als das Original.