Alter, krass und Fuck’n’ Go – Bäm! So shizzle war der Erfurt Tatort

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Meine Zusammenfassung: Eine twitternde Praktikantin weiß alles. Verhörräume sind in Erfurt Mangelware. Und leider aß man Currywurst statt Thüringer Rostbratwurst!

Zugegeben. Es gab schon schlechtere Debüts. Doch darüber war man sich uneins. Die Meinungen reichten vom „gelungenen Einstand“ bis hin zur „gähnenden Langeweile“. Und ja, man wusste nach 15 Minuten wer es war und ahnte, wer es aufklären würde. Nämlich die Studentin und die Praktikantin. Es gab schon bessere Fälle, aber ich hab auch kein Kleinod der deutschen Fernsehunterhaltung erwartet.
Der neue Tatort Erfurt begann mit Action. Mit etwas Parkour – ganz im Stile von Casino Royale. Einige fühlten sich an den Tatort von Til Schweiger erinnert. Nur hätte Nick Tschiller wahrscheinlich mehr geballert.
Was aber gar nicht ging, war die Currywurst. Wenn man in Thüringen so einen Exportschlager wie die Rostbratwurst hat, muss man sie schon raushängen lassen! In München wirbt man ja auch nicht mit Spätzle für die eigenen Kulinaritäten.
Die Rolle der Praktikantin fand ich etwas verschenkt. Sie sah gut aus, wusste alles und hat den Fall gelöst, während die Jungs im Keller saßen, um einen Verdächtigen zu verhören. Aber irgendwie muss da mehr kommen… Und „Alter Falter“ wie „krass“ sieht’s bei euch denn im Verhörraum aus, liebe Erfurter? Hat das städtische Theater gerade die Bühnenbildpraktikantin entlassen und ihr wolltet sie mit einem Job versorgen?
Ein Highlight gab es noch: Nachdem wir nun bereits seit Jahren tatort-twittern haben sich die Macher vom Erfurter Tatort etwas einfallen lassen: Die Praktikantin twittert nun mit uns mit. Auch gut. Herzlich willkommen im Kreise. Nur so „abgefahren“, „neu“ und „genial“ einige diese Idee auch fanden (die Praktikanten vom MDR?), eine kleine von mir sehr geschätzte Krimibuch-Reihe hat sie dem Tatort Erfurt bereits vorweggenommen: Der Mannheim-Krimi mit seiner twitternden Kommissarin Olivia von Sassen.
Dem jungen Erfurter Team wünsche ich viel Durchhaltevermögen. Einen Tatort mit jungen, unverbrauchten Schauspielern bekommt man nicht alle Tage serviert. Ich persönlich bin gespannt, wie sich die Sprache des Teams verändern wird, wenn es einmal so viele Dienstjahre auf dem Buckel hat wie Ballauf und Schenk oder die Kollegen aus Ludwigshafen. Ich brech ab, Langer.

Gute Nacht → Fuck’n’Go.