Fernsehen gernsehen

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Ladies und Gentlemänner,

es ist ein wenig Zeit seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Aber dafür gibt es einen handfesten Grund. Ein Buch. Mein Buch. Die Biografie des TV-Zwitscherers Ben Kaspari – mit so namhaften Kapitel wie „ALF“, „Ein Colt für alle Fälle“ etc.

Der Roman entführt euch zurück in die 80er und 90er Jahre, als das Fernsehen noch faszinierende, bunte Bilder ausstrahlte. Schaut es euch an! Mehr demnächst.

Videotext für alle!

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Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir einer wahren TV-Innovation und ihrer etwas unbeholfenen Verbreitungsmethode.

«Videotext für alle» wurde im Oktober 1982 sowohl im Ersten Deutschen Fernsehen als auch im ZDF geboren und entstand rund zwei Jahre nach dem die technische Neuerung des Teletextes in Deutschland eingeführt wurde. Dies war ein zusätzliches, interaktives Angebot, durch welches die Zuschauer parallel zum traditionellen Programm mithilfe ihrer Fernbedienung Bildtafeln auswählen konnten, auf denen aktuelle Nachrichten oder Programmhinweise zu lesen waren. Vorgestellt wurde der Dienst bereits auf der Internationalen Funkausstellung im Jahr 1977, bevor er ab 1. Juni 1980 deutschlandweit über die Frequenzen der öffentlich-rechtlichen Hauptsender zu empfangen war. Weil der eigentliche Name „Teletext“ in Deutschland schon geschützt war, wurde das Angebot in „Videotext“ umbenannt.

Seine Inhalte wurden dabei über die sogenannte Austastlücke übertragen. Dahinter verbarg sich der Zeitraum, den der Elektronenstrahl in der Bildröhre eines analogen Fernsehgeräts benötigte, um wieder an seinen Ausgangspunkt zurückzukehren. In dieser Zeit wurde das Bild dunkel geschaltet, was jedoch so schnell ablief, dass es für das menschliche Auge unsichtbar blieb. In jener Lücke, die eben nicht für das eigentliche Fernsehbild genutzt werden konnte, ließen sich weitere Informationen wie z.B. VPS-Signale (ab 1985) oder der Teletext verbreiten. Da die Leerstelle jedoch sehr „klein“ war, konnten nur geringe Mengen an Daten übertragen werden, sodass pro Tafel insgesamt 25 sichtbare Zeilen mit je 40 Zeichen zur Verfügung standen. Zwei davon waren allein für Kopf- und Fußzeile reserviert. Dadurch wirkte der Text stets optisch wenig ansprechend und wurde schon bei seiner Einführung als rückständig eingestuft.

Bedingung für den Empfang war das Vorhandensein eines teletexttauglichen Fernsehgerätes, deren Verbreitung zu jener Zeit noch nicht sehr hoch war. Daher zeigten die beiden Sendeanstalten ab 1982 regelmäßig eine Auswahl der wichtigsten Teletext-Tafeln im laufenden, traditionellen Fernsehprogramm. Anders als beim eigentlichen Dienst hatten die Zuschauer dabei jedoch keinen Einfluss darauf, welche Tafeln gezeigt wurden, denn sie liefen in einer festgelegten Reihenfolge ab und sollten einen Überblick über das Angebot liefern.

Das erfolgte stets außerhalb der eigentlichen Sendezeiten, also in den Anfangsjahren am Ende des gemeinsamen Vormittagsprogramms von ARD und ZDF ab 13.15 Uhr für etwa eine Viertelstunde und dann noch einmal vor Beginn des jeweiligen Nachmittagsprogramms um 15.40 Uhr für rund 20 Minuten. Auf diese Weise kamen nicht nur alle Zuschauer in den Genuss der technischen Innovation, sondern die Sender konnten auch ihrer Informationspflicht außerhalb der Sendezeiten nachkommen und das Publikum auf einfache Weise mit aktuellen Nachrichten versorgen

Am 18. Juli 1987 zog dann der WDR als erster Regionalsender mit einer eigenen Version der Reihe nach und präsentierte in «WDR-Videotext für alle» eine Auswahl seines Angebots, das wiederum seit Januar 1983 in Betrieb war. Nach zehn Jahren endete im Jahr 1990 der Testbetrieb des Videotextes von ARD und ZDF und ging endlich in den Regelbetrieb über. Deswegen wurde nicht nur der Umfang des Angebots auf rund 400 Seiten, sondern auch seine Aktualität erhöht. Die Redaktion befüllte nun von 05.00 Uhr früh bis 03.00 Uhr nachts die Tafeln. Zudem wanderte das Format «Videotext für alle» ins Nachtprogramm und verkürzte auf diese Weise die Nachtlücke zwischen Sendeschluss und Frühprogramm.

Als ab 1. September 1995 das Erste sein Programm auf einen 24-Stunden-Betrieb ausweitete und die Nachtlücke von 03.00 Uhr bis 05.45 Uhr fortan mit Wiederholungen bestückte, verschwanden auch die Teletext-Tafeln aus dem regulären Programm. Beim ZDF blieb das Angebot unter dem Titel «Text aktuell» noch etwas länger auf Sendung, tauchte dann aber irgendwann auch nicht mehr in den Sendeabläufen auf.

«Videotext für alle» wurde in seiner letzten Variante im Jahr 1997 beerdigt und erreichte ein Alter von rund 15 Jahren. Das Angebot des Teletexts gibt es trotz aller anfänglichen Vorbehalte noch immer. Im Jahr 1988 zog Sat.1 als erster Privatanbieter nach, bevor in den Jahren 1992 und 1994 auch RTL und ProSieben folgten. Seit der Jahrtausendwende bieten ARD und ZDF keinen gemeinsamen Text mehr, sondern jeweils eine eigene Variante an. Das beschriebene technische Verfahren zur Übertragung der Bildtafeln wird übrigens beim analogen Fernsehen noch immer angewandt.

Möge die Reihe in Frieden ruhen!

(Quelle: http://www.quotenmeter.de)

Warum Deutschland keine Stars hat

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Das Fernsehen macht Stars – und das Fernsehen lässt die Stars wieder fallen. Viele Talentierte und Untalentierte träumen von einer TV-Karriere. Aus ganz wenigen werden Stars oder zumindest beschäftigte Schauspieler bzw. Moderatoren. Die meisten jedoch müssen sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Viele arbeiten deswegen als Kellner, sind Künstler oder Fotografen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Denn nur die großen Stars können wirklich vom TV leben.
Ein „Star zum Anfassen“ ist streng genommen ein Widerspruch in sich. Denn wenn ein Star so bekannt ist, dass ihn jeder erkennt und sich trotzdem gewissermaßen von jedem anfassen lässt, dann verliert der Star seine Besonderheit. Ein Star zeichnet sich eben dadurch aus, dass er sich dem Publikum entzieht und unnahbar ist. Diese Regel mag in Hollywood eingehalten werden, in Deutschland jedoch bekommen wir die Stars und Sternchen in aller Regelmäßigkeit kalt serviert. Wieder und immer wieder.
Nüchtern muss man feststellen, dass der Star das Produkt eines TV-Senders ist, der von der PR-Abteilung inszeniert wird. Das Auftreten in der Öffentlichkeit, die Medienpräsenz und die Interviews werden akribisch geplant und stets so gestaltet, dass dadurch der nächste Film/die nächste Sendung „promotet“ werden.
Für das Publikum sind Stars zudem eine Projektionsfläche für die eigenen Träume. Durch die Bewunderung für einen Star und das Anhimmeln, kann der Anhänger für kurze Zeit dem grauen Alltag entfliehen. Die Sehnsüchte, die damit verbunden werden, haben jedoch nichts mit der Wirklichkeit zu tun, denn die Projektsflächen sind lediglich Abbilder der „echten“ Menschen, die Stars in ihrem Alltag eigentlich sind. Was uns, dem Publikum vermittelt wird, ist ein durch geschickte Fotografien, durch Styling des Outfits, durch Make-up und Kulissen manipuliertes Abbild, das die PR-Agenturen um den Globus jagen. Diese Bilder entfalten bei uns ihre Wirkung und erwecken eine Faszination, der immer wieder viele erliegen. Das war in der Stummfilmzeit genauso wie es in der heutigen Medienlandschaft ist.
Von tausend Schauspielern oder Schauspielerinnen hat nur ein winziger Bruchteil die undefinierbare Eigenschaft, die man „Star Power“ nennt. Bei manchen verblasst die „Star Power“ schon nach kurzer Zeit, bei anderen hält sie über den Tod und nahezu ewig an. Dann wird aus einem Star ein Mythos.

Allerdings muss man den PR-Abteilung ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Scheinbar halten sie sich nicht an diese PR-Regeln und verheizen Schauspieler und Moderatoren, bis sie wirklich niemand sehen kann. Ein Star entsteht so nicht, schnelles Geld kann man allerdings so machen.
Häufig wird der deutschen Gesellschaft vorgeworfen, dass sie eben nicht mit Stars könne, dass die Gesellschaft voller Neid sei und dass daher niemand bewundert werden kann, der viel Geld und Erfolg habe. Ich glaube das nicht. Die Art und Weise wie sich das Fernsehen verändert hat zeigt dies doch deutlich auf. Kuhlenkampf und Rosenthal wäre nicht mehr möglich. Sie würden sich auch weigern mit Stöckelschuhen durch die Wüste von Namibia zu laufen. Stattdessen darf man auf Pro7 immer die Pro7-Prominenten sehen, auf RTL die RTL-Stars und auf Sat1 deren lustige Truppe. Es nervt! Merkt ihr es denn nicht selbst? Wen interessiert das ständige Wiederkäuen von TV-Prominenz, die niemand leiden kann? Zu viel ist zu viel – und zieht auch nicht beim TV-Publikum.

PS: Atze Schröder hat dies übrigens erkannt! Er selbst hat neulich in einem TV-Interview mit Katrin Bauerfeind bestätigt, dass er sich bewusst zurückgenommen hat. Und seine Beliebtheit sei gestiegen!

Leserbrief: Hilfe! Das TV ist krank…

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Von unserer Leserin Tanja Volk erhielten wir folgenden Leserbrief, den wir hier gerne veröffentlichen:

Vor ein paar Tagen bin ich auf diesen sehr interessanten Blog gestoßen und mein erster Gedanke war: Ja! Da gibt es jemand, der die Fernsehlandschaft ganz ähnlich betrachtet wie ich. Da das heutige Programm beherrscht wird von Trash-TV, Assi-TV und Dauerwerbesendungen, hab ich mich oft nicht getraut, als „Spielverderber“ dazustehen und Sendungen totdiskutieren zu müssen. Zudem reguliert nachwievor die Nachfrage das Angebot und unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren so entwickelt, dass solche Sendungen gefragt sind.

Die TV-Sender regieren darauf, weil es heutzutage ein knallhartes Geschäft ist, das durch Quoten regiert wird. Der Erfolg steht und fällt mit der Quote.
Eigentlich mag ich persönlich die Aussage „Früher war alles besser“ überhaupt nicht, denn die Zeiten ändern sich eben, aber aufs Fernsehen bezogen, muss ich diese Aussage teilweise bestätigen. Woran liegt das? Früher hatte man wesentlich weniger Sender und zwangsläufig weniger Formate. Man freute sich noch auf den Samstag-Abend, wenn sich die ganze Familie vor dem Fernseher versammelte und alle gemeinsam eine Unterhaltungssendung schaute. Es war ein Gemeinschaftserlebnis. Als Kind freute man sich auf das Ferienprogramm, es gab ja keine 24-Stunden-Dauerberieselung auf mehreren Kanälen. Ich habe selbst zwei Kinder, wir haben zu Hause drei Fernseher und das „Gemeinschaftserlebnis“ bleibt auf der Strecke. Auf den gefühlten 500 Sendern, ist jeder am Dauerzappen, um seine eigenen Interessen zu decken. Ich möchte jetzt aber nicht dastehen wie der intellektuelle Fernsehzuschauer…nein..ich lasse mich auch gerne einfach nur berieseln. Unterhaltungssendungen sind mir momentan fast schon zu überdreht. Ich nenne das gerne „Halli Galli Drecksauparty“. Gut, ich mochte früher „Spiel ohne Grenzen“ sehr gerne, da wurde auch schon gespielt, ohne intellektuellen Anspruch, aber heutzutage spielt man sich fast schon zu Tode….und überall Promis, Promis, Promis. Es gibt kaum noch Formate, wo es kein dazugehöriges Promi-Format gibt. Viel amüsanter ist, wer sich heutzutage alles Promi nennen darf? Man sperrt sie überall hin, in Häuser, in den Dschungel, auf Almen, nach Afrika. Vielleicht sollte man den ein oder anderen einfach nicht mehr rauslassen? Dann würden eventuell auch die Formate wieder von der Bildfläche verschwinden…

Dazu kommen noch die „Assi-TV“-Formate, ich nenne sie persönlich so. Wieviele Familien begleitet man inzwischen schon mit der Kamera? In wievielen Wohnzimmern wurde schon gedreht? Und ganz schlimm finde ich die Formate, wo das alles nur gespielt ist? Schlechte Darsteller, die sich teilweise Schauspieler nennen und Drehbücher, an denen sich unsere Kinder vielleicht noch Beispiele nehmen?
Filme und Serien werden immer mehr aus USA „eingekauft“. Schaffen wir es einfach nicht mehr gute Filme oder Serien selbst zu produzieren oder ist es auch hier „Geschäft“ und nicht mehr rentabel, eigene Ideen umzusetzen? Gut, ich habe früher auch amerikanische Serien geschaut, als noch nicht alles CSI war, sondern noch Denver, Dallas, Falcon Crest, ein Colt für alle Fälle und Miami Vice hieß. Damals, als es noch mehr lebendige als tote Personen und weniger Action in den Serien gab. Trotz allem gab es auch die Schwarzwaldklinik, den Monaco Franze und die Kir Royal-Szene, die uns unterhielt. Und Filme? Spielfilme schaue ich grundsätzlich lieber im Kino als im Fernsehen.

Aber ja, es gibt sie noch, die Sendungen, die sehenswert sind. Manchmal traue ich mich aber gar nicht zu sagen, welche Formate ich gut finde. Meine Generation neigt dazu, dass man dann als „altmodisch“ oder „Spaßbremse“ bezeichnet wird. „Willst du intellektuell wirken?“, habe ich auch schon zu hören bekommen. Nein! Das möchte ich nicht! Dann könnte ich auch den ganzen Tag Arte schauen. Fernsehen soll einfach meinen Anspruch von Unterhaltung erfüllen. Ich bin persönlich sehr an Menschen, ihrem Verhalten und ihren Geschichten interessiert. Deshalb gibt es fünf Sendungen, die ich regelmäßig schaue: „Straßenstars“, „Sag die Wahrheit“, „Kesslers Expeditionen“, „37 Grad“ und „Tatort“. Alles recht einfache Sendungen ohne Schnickschnack! Auch versuche ich wöchentlich die Freitag-Abend-Talkshows im Dritten zu verfolgen, wobei die Tendenz die letzten Jahre auch in Richtung Dauerwerbesendung geht. Die Leute stellen ihre Bücher, Programme, Sendungen und Projekte vor und ich finde, die zwischenmenschlichen Gespräche gehen sehr verloren.

Somit bin ich bei meinem Lieblingsthema gelandet. Das Fernsehgeschäft! Betonung auf Geschäft! Ich persönlich nenne es immer Haifischbecken. Nein, ich kenne mich in der Branche überhaupt nicht aus, zumindest nicht hinter den Kulissen. Ich sitze zu Hause vor einer Glasscheibe, „glotze“ in ein eckiges Gerät und mache mir ein Bild davon, wie das auf mich als Zuschauer wirkt. Für mich entsteht die letzten Jahre der Eindruck, die „Fernsehmacher“ und auch die Menschen vor der Kamera machen das nicht mehr vordergründig, um die Leute zu unterhalten und zu bespaßen, sondern es ist ihr Job, im dem sie gut verdienen und ordentlich Profit schlagen können. Moderatoren wechseln ständig die Sender, Formate werden eingestellt, es kommen sogenannte Erfolgsformate, die im Ausland gut laufen. Es ist mir einfach alles zu profitorientiert und nicht mehr ehrlich genug.

Mancher wird jetzt denken: „Warum motzt sie denn hier herum und drückt nicht einfach den Aus-Knopf?“ Nein, ich schau gerne fern. Vor 20 Uhr läuft er bei mir nicht, aber ich kenne queerbeet so ziemlich alle Sendungen, weil ich eine Zapperin bin und gerne hin und herschalte. Manchmal bleibe ich an dem ein oder anderen Format hängen und amüsiere mich köstlich, wie Fernsehen so läuft. Ich habe letzte Woche tatsächlich eine ganze Folge „Bauer sucht Frau“ durchgehalten. Da ich die Sendung „Switch Reloaded“ genial finde, ist es natürlich auch wichtig zu wissen, worüber ich mich lustig mache. Ja, Thema Comedy. Ich bin schon seit vielen Jahren ganz großer Comedy-Fan. Im Fernsehen wird mir das die letzten Jahre zuviel. Es ist viel Schrott dabei, vor allem wenn man Fan von Live-Bühnenshows ist, was ein gewaltiger Unterschied zur Comedy-Unterhaltung im Fernsehen ist. Es gibt Formate, die sind recht lustig, kommt aber in den seltesten Fällen an eine Bühnenshow ran. Ich sage immer, es ist wie bei Schauspielern. Nur ein Schauspieler, der ein Publikum einen Abend lang auf einer Theaterbühne unterhalten kann, ist ein guter. Fernsehen ist ein lukrativer Nebenjob, sagt aber für mich nichts über das Können aus. So auch bei der Comedy, ein Genre, in dem es fast noch schwerer ist, ein Publikum von einer Bühne aus zu unterhalten, denn Komiker müssen nicht nur unterhalten, sondern auch die Gabe haben, die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Ein reiner Fernseh-Comedian würde im Leben nie die Anerkennung von mir bekommen, die ein Komiker auf der Bühne erntet. Hier kann man nichts schneiden und nichts wiederholen. Es muss einfach sitzen! Da merkt der Zuschauer, wenn etwas gestellt lustig wirken soll. Leider ist es halt so, dass inzwischen alle Bühnen-Komiker auch im Fernsehen zu sehen sind. Es ist in der heutigen Zeit ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Erfolg.

Ich bin seit vielen Jahren Fan von Bülent Ceylan, noch bevor er im Fernsehen mit seiner eigenen Show war. Sehr oft bin ich bei seinen Live-Auftritten dabei und als ich damals hörte, er bekomme eine eigene RTL-Show, stand ich der Sache anfangs auch kritisch gegenüber. Ich weiß, wie er live ein Publikum unterhalten kann, dass er ein gnadenlos guter Komiker ist und menschlich sehr auf dem Boden geblieben ist. Ich hatte wirklich Bedenken, dass er gerade bei RTL verheizt werden könnte und die Zuschauer vielleicht einen falschen Eindruck bekommen. Es war doch im Nachhinein nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Ich war insgesamt bei acht Aufzeichnungen in den vier Staffeln dabei und es lief vor Ort in Köln alles sehr human ab. Vielleicht gibt es doch Unterschiede bei den einzelnen Produktionen. Ich hatte hierbei nicht so wirklich den Eindruck, dass alles nur Geschäft ist, sondern dass es in erster Linie um Unterhaltung geht. Jedoch hörte ich in meinem Umfeld in der Zeit auch viele Stimmen, die ihn NUR durch das Fernsehen kannten. Aussagen wie „Typischer RTL-Comedian“, „Der schreit auch nur plakativ im Fernsehen rum“, „Trash-TV“ bekam ich zu hören und ich musste oft auch Gegenargumentieren: „Geht zu einer Live-Bühnenshow und reduziert ihn nicht nur auf`s Fernsehen“. Das fruchtete meistens. Ich kenne niemanden, der je gesagt hat, er findet ihn im Fernsehen besser als auf der Bühne.

Aber es gab auch einen Abend, an dem meine Befürchtungen bestätigt wurden. Wie gesagt, ich mag Comedy und dachte mir dieses Jahr: „Jetzt hab ich jahrelang den Deutschen Comedypreis im Fernsehen angeschaut. Fährste mal hin, wie das so vor Ort ist.“ Ich kam zurück mit der Erkenntnis: „Das brauche ich nicht wieder!“ Das lag vielleicht auch daran, dass ich vor Beginn der Aufzeichnung zwei ganz negative Erfahrungen mit zwei „Möchtegern-Promis“ gemacht habe und schon etwas geknickt in die Aufzeichnung ging. Ich fand das alles etwas aufgesetzt und geheuchelt. Vielleicht habe ich dabei auch einfach zuviel nachgedacht. Mit den Nominierungen war ich im Vorfeld schon nicht zufrieden und die Preise, die vergeben wurden, sind in meinen Augen nicht immer in den richtigen Händen gelandet. Ich fing dann währenddessen an nachzudenken, warum, wegen welchem Vertrag, wegen welchem Sender und welchem Profit man nun demjenigen den Preis gibt. Das ein oder andere Mal dachte ich auch: „Mist! Daheim auf der Couch könnte ich jetzt mal herumzappen, im zappen bin ich Weltmeister“. Dieser Abend war eine Erfahrung, die mich bei ganz vielen Ansichten, was die Fernsehbranche betrifft, bestätigt haben.

Das war jetzt sehr viel Kritik am Medium „Fernsehen“, aber ich finde generell schade, dass es sich in eine falsche Richtung entwickelt. Ich schaue trotzdem jeden Abend rein, irgendwo findet sich immer etwas und falls nicht, es gibt auch noch das Internet, dass inzwischen in unserer Gesellschaft schon fast den höheren Stellenwert hat, zumindest was die Informationen betrifft.
Ich habe mich wirklich gefreut, diesen Blog hier gefunden zu haben, der sich zwar mit Fernsehen beschäftigt, das ein oder andere auch gut findet, aber auch immer die kritischen Aspekte mit einbaut. Definitiv bin ich seit letzter Woche „Stammleser“. Danke an den Blogger für die Mühe, bestimmte Sendungen zu analysieren.

LG
Tanja,
die als Kind Captain Future oder Linus von den Peanuts heiraten wollte, die Lucys Knetfiguren gerne zu Hause gehabt hätte, die Heidi beneidet hat, die relativ früh entdeckt hat, dass es die Intrigen und Eigeninteressen von Dallas, Denver und Falcon Crest auch im richtigen Leben gibt und deshalb Sonntag für Sonntag mit den Tatort-Kommissaren für eine bessere Welt kämpft!

Mompfred Bockenauer, Hausmeeschda – A Tribute

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Das erste Mal gesehen hab ich Mompfred bei Nightwash damals auf dem WDR Fernsehen. Er hat sich ausführlich mit einer „Bumbewosserzong“ beschäftigt und den Irrtum hinter der Bezeichnung „Wasserpumpenzange“ offen dargelegt. Scheinbar verdreht das Hochdeutsche hin und wieder Begrifflichkeiten… Der Mompfred hat sich alle Mühe gegeben uns aufzuklären, und mir liefen die Tränen vor lauter Lachen übers Gesicht. Seither liebe ich den Mompfred.
Dass Dich, lieber Mompfred, einmal eine Berliner Zeitung als „Hoosmeestaa“ bezeichnet hat, tut mir leid. Du bisch doch „Hausmeeschda“! Ich würd nur gern wissen, auf welches Gebäude du „uffbasch“, wo Du für Recht und Ordnung sorgst, denn ich würde jeden Tag vorbeikommen. Du machst das nämlich gut, Mompfred.
Mich hat jedoch verwundert, dass Google Dich kaum kennt. Die Maschine spuckt einen Prof. Dr. Manfred Bockenauer aus. Das bist aber nicht Du, oder? Und Dein Sohn wirds auch nicht sein. Haben die Waltraut und Du Kinder? Ich glaub, ich erwähn die Waltraut besser nicht… Wenn ich bei Google dann „Mompfred Bockenauer Hausmeeschda“ eingebe, kommt genau ein Treffer. Vom Luisenpark. Seebühnezauber. Aus Monnem natürlich. Die wissen halt, wer Du bist.
Deshalb hab ich mir „gedenkt“, dass Du noch einen zweiten Treffer brauchst. Lass Dir mal vom Bülent zeigen wie man googelt, dann findest Du den zweiten Treffer. Ich bin mir nämlich sicher, dass Du „kään Scheiß für die Zeit“ mit Google hast.
Allein für den Auftritt mit der „Bumbewosserzong“, lieber Mompfred, etwas für Dich und nur für Dich in Deiner Muddasprooch:
Liwa Mompfred, die Waltraut is fort? Des mescht doch nix. Bisch draurisch? Du hosch doch nix dodevu! Monnem hot ah annere schääne Däschder. Un wenns nix werd, fahr niwwa na Ludwigshafe. Do isses wenigschtens billischa.

Das ist zwar nicht der Auftritt aus Nightwash, aber immerhin Mompfred mit einer „Pumpenwasserzange“, wie die Oxforddeutschen sagen würden:

The Voice of Germany mit einem finnischen Showrunner

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Samu rockt! Anders kann man es nicht beschreiben. Nachdem die zweite Staffel von The Voice of Germany etwas abgefallen war, erstrahlt die neue Staffel mit neuem Glanz. Schuld daran ist ein Finne.

Der finnische Songwriter, Gitarrist und Frontmann der finnischen Band Sunrise Avenu Samu Haber ist derzeit in aller Munde. Noch vor wenigen Wochen war er unbekannt, nun gilt er als absoluter Publikumsliebling unter den Voice-of-Germany-Zuschauern. Besonders die weiblichen Fans sind von dem Finnen angetan, wie ein Blick auf die Twitter-Timeline zeigt. Sie überschlugen sich gerade vor Liebesbekundungen.

Aber auch für die Männer hat Samu Haber einen hohen Unterhaltungswert. Das dürfte einerseits an seinen selbstbewussten Sprüchen liegen, andererseits merkt jeder sofort: Samu Haber ist authentisch bis ins Mark.

Er liebt Musik, und er zeigt dies. Er geht mit den Kandidaten mit und ist im Grunde in jeder Ecke des Studios zu finden, während andere – allen voran Jury-Kollege Max Herre – an seinem Stuhl zu kleben scheint.

Samu Haber besitzt Charme, Humor und Schlagfertigkeit. Er ist ein geborener Entertainer. Und was ihn besonders sympathisch macht, ist der finnische Akzent. Sein Ausspruch „Hühnerhaut“ anstatt „Gänsehaut“ ist mittlerweile legendär.

Nicht zu vergessen sind dabei die Cowboys von „BossHoss“, die sich mit Samu herrliche Frotzeleien liefern. Mit diesem Setting könnte es noch viele „Blind Auditions“ geben. Doch man darf auch gespannt sein, wie sich Samu Haber in den nächsten Runden schlagen wird. Der Show tut er gut.

Übrigens: So ganz Finne ist Samu natürlich auch nicht. Sein Nachname „Haber“ ist typisch Deutsch. Genauso wie sein Vater. Durch „The Voice of Germany“ hat der Musiker nun auch im Heimatland seines Vaters den Durchbruch geschafft. Man darf gespannt sein, was da aus dem kalten Norden Europas noch kommen wird.