Fernsehen gernsehen

angepinnt

Ladies und Gentlemänner,

es ist ein wenig Zeit seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Aber dafür gibt es einen handfesten Grund. Ein Buch. Mein Buch. Die Biografie des TV-Zwitscherers Ben Kaspari – mit so namhaften Kapitel wie „ALF“, „Ein Colt für alle Fälle“ etc.

Der Roman entführt euch zurück in die 80er und 90er Jahre, als das Fernsehen noch faszinierende, bunte Bilder ausstrahlte. Schaut es euch an! Mehr demnächst.

Aufklärung für die Massen – Team Wallraff bei RTL

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Früher galt Günter Wallraff als ein Enthüller, der auf der guten Seite und gegen die Etablierten kämpft. Umso verwunderter las ich, dass Wallraff nun FÜR RTL recherchiert. Müsste er nicht BEI RTL recherchieren? Müsste er nicht die Machenschaften des Kölner Senders aufdecken?
Doch der Reihe nach.
In der ersten Folge nahm sich das Team Wallraff die Fastfood-Kette Burger King vor. Die Ergebnisse der Recherche sind wenig erstaunlich und bestätigen, was man von Fastfood-Läden hält, (obwohl man paradoxerweise hin und wieder dort selbst isst). Das Essen ist veraltet, die Mitarbeiter werden ausgebeutet, und mit der Hygiene hält man es nicht so genau. Durchaus können Darmbakterien im Essen gefunden. Im Grunde ist das selbstverständlich, wenn jemand die Toilette putzen und danach wieder in der Küche stehen muss.
All die Ergebnisse sind fernsehtechnisch so aufbereitet, als würde es sich um Privatfernsehen handeln. Ständig wird das Bild mit bedrohlicher Musik unterlegt. Schlüsselaussagen werden wiederholt, wiederholt, wiederholt, damit man sie auch versteht. Wallraff agiert dabei als Inquisitor, ohne dessen Ideen, wo als nächstes recherchiert werden sollte, sein Team nicht weiter wüsste. Dabei liegen die nächsten Schritten zumeist auf der Hand. Fernsehen für Blöde also?
Doch wie geht das zusammen mit RTL und Günter Wallraff, der einst in den Siebziger Jahren die Bildzeitung ausspionierte und der zur Ikone des investigativen Journalismus aufstieg. Intellektuelle Begleiter Wallraffs mögen über RTL und die Machart des Privatfernsehens die Nase rümpfen, doch im Grunde macht Wallraff alles richtig. Er recherchiert für die Massen. Er klärt nicht bei ARTE über Burger King auf, sondern bei RTL. Damit erreicht er Massen und damit erreicht er diejenigen, die seine Rechercheergebnisse am meisten betreffen.
Wallraff und RTL passen unter diesem Gesichtspunkt eben sehr gut zusammen.

Game of Thrones – Auftakt der 4. Staffel

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ACHTUNG SPOILER!!!!!!!!!

 

Endlich, endlich ist es soweit. Die amerikanische TV-Serie „Game of Thrones“ geht in die vierte Staffel. Die Premiere der ersten Folge erfolgte am 6. April auf HBO – jenem Sender, der gerade eine hochwertige Serie nach der anderen raushaut.

Seit einem Jahr warteten die Fans weltweit sehnsüchtig auf die Fortsetzung, die auf der Buchreihe „The Song of Ice and Fire“ von George R. R. Martin, kurz GRRM, beruht. Martin arbeitet gerade am sechsten Band, der nicht vor 2015 erscheinen soll.

Die dritte Staffel hat die Fangemeinde entrüstet zurückgelassen. Beinahe könnte man davon sprechen, dass die „Thronies“ seit der Folge 9 der dritten Staffel unter einer posttraumatischen Belastungsstörung stehen. Die zehnte und letzte Folge konnte die Geschehnisse der Roten Hochzeit nicht wieder gut machen, umso dringlicher wurde eine Fortsetzung benötigt. In der Folge stürzten sich die Fans auf die Bücher, um möglichst schnell zu wissen, wie es weitergeht.

Diejenigen, die noch nicht zu den Büchern gegriffen haben, können – je nach TV-Abonnement – in den nächsten Wochen sehen, wohin die vierte Staffel führt. Sie beruht auf dem letzten drittel des dritten Buches „A Storm of Swords“ sowie Elementen aus dem vierten und fünften Teil, die zeitlich parallel spielen.

Die PR-Kampagne zur Seite lief unter der Headline „All Men Must Die“. Damit nehmen die Macher nicht nur den Faden der vorangegangenen Episoden auf, sondern rücken auch die weiblichen Charaktere ins Rampenlicht. Vor allem die grandiose Schlussszene verdeutlicht nur allzu gut, dass die Frauen in der vierten Staffel das Sagen haben werden.

Die amerikanischen Zuschauer bescherten HBO die höchste Einschaltquote seit dem Serienfinale der „Sopranos“ im Jahr 2007. Den Staffelauftakt sahen am Sonntag 6,6 Millionen Zuschauer – zum Start der dritten Staffel waren es nur 4,4 Millionen gewesen. Der Sender bestellte zudem gleich zwei weitere Staffel.

Nörgelkultur und unfähige TV-Macher zerstören „Wetten dass…?“

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Jetzt haben wir es also geschafft. „Wetten dass…?“ ist abgesetzt. Der Dino geht nach 33 Jahren vom Sender. Schade, ZDF. Dein neuer Intendant wollte sehen, wie stark die „Marke“ noch ist. Das Ergebnis kennen wir nun.
Apropos „Marke“. Lieber Herr Dr. Thomas Bellut, wenn Sie einen derart zynischen Abstand zu ihren „Marken“ und „Produkten“ haben, die Sie über den Äther jagen, dann müssen Sie sich nicht wundern, dass die Zuschauern einen faden Beigeschmack haben. Um in Ihrer Sprache zu bleiben: Ihnen fehlt „Content“! Ich kenne Werber, die montagmorgens lauthals durch die Agentur schreien „Content is King“! Hätten Sie sich das doch mal zu Herzen genommen, dann wäre die „Marke“ auch stark geblieben. Mir wäre es allerdings am liebsten gewesen, Sie hätten gar nicht erst von der „Marke“, sondern von der „Sendung“ „Wetten dass…?“ gesprochen.
Wenn ich oben schreibe, dass „wir“ es geschafft haben, so meine ich damit Deutschlands Nörgler. Und das sind nicht wenige. Wie geifernd eifrig und stolz sich manche an der Online-Petition gegen Lanz beteiligt haben, fand ich wiederum ekelerregend. Hauptsache dabei, Hauptsache dagegen und das ganze in rationale Argumente gepackt, um die es nie ging. Das scheinheiligstes Argument kam von jemanden, der alles schwarz und online schaut: „Ich will nicht, dass die den Lanz mit MEINEN Gebühren finanzieren.“ Lanz und „Wetten dass…?“ schaut er sich eh nicht an. Er regt sich also über etwas auf, was ihn gar nicht betrifft. Und so sind viele unter uns. Aufregen um des Aufregens willen.
Mir geht es so, dass ich bei 90% aller Sendungen nicht will, dass ich einen kleinen Anteil an den Kosten durch meine Gebühren abdecke. Lanz hin und her, er ist nicht das Schlimmste, was ich seit 1978 im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk gesehen habe. Da gibt es ganz andere. Und nicht zuletzt finanziert man mit seinen Rundfunkgebühren auch eine Menge Bürokratie und Korruption. Da könnte man mal ansetzen. Interessant wird sein, was das ZDF nun anstelle von „Wetten dass…?“ senden wird. Wird man in Mainz eine „starke Marke“ aus dem Hut zaubern, die mehr Zuschauer anzieht als die paar 5 Millionen von gestern? Ich glaube nicht.
Tot liegt „Wetten dass…?“ nun am Boden. Zerstört von Machern, die seit Jahren nicht mit der Zeit gingen und es versäumten, „Wetten dass…?“ der Zeit anzupassen. Nörgler gab es schon zu Gottschalks und Elstners Zeiten, der Niedergang der Show begann noch im letzten Jahrhundert. Aber in Mainz geht man nicht mit der Zeit, dafür ist das Schiff ZDF nicht flexibel genug. Es ist ein Amt, das gerne ein modernen Unternehmen wäre.
Und nun zu euch, liebe Nörgler: Welche Sau treibt ihr denn ab heute durchs Dorf? Habt ihr schon was gefunden? Wie wäre es mit dem „Tatort“? Da könntet ihr sicher ne Weile nörgeln und euch in eurem Saft suhlen. Nur los, ich bin gespannt. Heute Abend, 20:15 Uhr. Immer schön dagegen sein. Ja, ja, schon klar, das gibt euch das Gefühl, dass ihr kritisch und intelligent seid. Aber selbst etwas erschaffen, das geht irgendwie nicht, oder? Es ist einfacher, liebe Nörgler, etwas kaputt zu machen, als etwas aufzubauen. Und wenn einmal alles kaputt ist, über was wird dann genörgelt? Oder jammert ihr dann, dass früher alles besser war?

Carl Laemmle – Der Mann der Hollywood erfand

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Kaum zu glauben, dass dieser Mann heute nahezu vergessen ist: Carl Laemmle. Denn ohne den 1867 im schwäbischen Laupheim geborenen deutschen Juden Laemmle gäbe es das Filmgeschäft, wie wir es heute kennen, nicht.

Er gründete mit Universal Pictures das erste große Hollywood Studio, erstritt in unzähligen Gerichtsfällen gegen den sogenannten Filmtrust von Thomas A. Edison das Recht, dass auch unabhängige Filmemacher in den Vereinigten Staaten Filme produzieren durfte, er produzierte über 9000 Filme, darunter Klassiker wie “Dracula”, “Frankenstein”, “Das Phantom der Oper”, “Im Westen nichts Neues” und “20.000 Meilen unter dem Meer” und er erfand das sogenannte „Star System“, in dem er aus unbekannten Theaterschauspielern Filmstars machte. Nicht zuletzt erhielt er den Oscar für den besten Film bei der 3. Oscarverleihung 1930 mit „All Quiet on the Western Front“, der Verfilmung des Antikriegsroman “Im Westen Nichts Neues” von Erich Maria Remarque.
Seine Geschichte spielt sich zwischen Chicago, Los Angeles und Laupheim und in der Zeit des Ersten Weltkriegs, den Roaring Twenties und dem Aufkommen des Nationalsozialismus ab. Stets saß er aufgrund seiner Herkunft zwischen den Stühlen. Vor und während des Ersten Weltkriegs wurden die Deutsch-Amerikaner in den USA öffentlich verfolgt. Viele ignorierten ihre Muttersprache und ihre deutsche Herkunft, um nicht anzuecken. Nach dem Weltkrieg geriet die Filmindustrie in die Weltwirtschaftskrise, und Laemmle wurde in seinem geliebten Heimatort Laupheim durch die Nationalsozialisten zur unerwünschten Person.
Doch warum ist er heute vergessen? Warum weiß „man“ nichts mehr über Carl Laemmle, der in den 1920er und 1930er Jahren wöchentlich in den Tageszeitungen erschien, dessen Namen auf unzähligen Filmplakaten prangerte und der viele Juden aus Laupheim und dem Süden Deutschlands vor dem Holocaust rettete? Alle anderen großen Hollywoodmogule sind zumindest den Cineasten geläufig. Die Warner-Brüder, Samuel Goldwyn, Louis B. Mayer und William Fox benannten ihre Studios nach sich selbst. Laemmle, der sich zuerst in der Gegen von Los Angeles niederließ, gründete sein Studio noch vor ihnen und nannte es „Universal“, um den ganzheitlichen Anspruch seiner Unterhaltungsware zu unterstreichen, und nicht, um seinem Namen ein Denkmal zu setzen.

Im letzten Jahr ist die erste fundierte Biographie Laemmles erschienen, die ich nur jedem Film- und Fernsehfreund uneingeschränkt empfehlen kann. Cristina Stanca-Mustea, die Autorin, ist promovierte Filmhistorikerin und hat es mit ihrem Buch geschafft, Laemmle aus der Vergessenheit herauszuholen.

Hier kann man das Buch bestellen.

claemmle

2014 – Das Jahr in dem die Österreicher den Deutschen das Essen besorgen mussten

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Wenn ich richtig gezählt habe, steht es in Dschungelprüfungen 9 zu 7 für Österreich. Wobei das Ergebnis schmeichelhaft für Deutschland aussieht, da man vorgestern an Tag neun ganze vier Spieler in eine Prüfung schicken durfte bzw. musste, und Mola „ICH habe acht Sterne geholt“ Adebisis Beitrag im Grunde recht gering war. Trotzdem hat sich die Alpenrepublik durchgebissen, und es riecht danach, als könnte die Habsburger Monarchie wieder auferstehen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten zwischen der künftigen Kaiserin, dem stillen Italoösterreicher und den Piefkes kehrt allmählich Ruhe und Frieden ins Dschungelcamp ein – so gut es eben geht. Gemeinsam werdet ihr das rocken. Und je länger ihr leidet, um so mehr versteht ihr, dass man sich Sterne erkämpfen muss. Warten und mit „Strenge“ maulen ist halt nicht. Nicht, wahr, Mola?
Bitte, vergesst Cordoba, das ist so lame. Und vergesst Königgrätz, das ist zu lange her. Wäre doch schade, wenn wir dieses Dschungelcamp nicht gemeinsam teilen würden! Wir könnten uns fortan beim Grand Prix jeweils 12 Sterne zuschunkeln, sowie es Jugoslawien und die UdSSR auch tun. Oder wir vereinbaren gemeinsam gegen den Rest der Welt, wer gewinnt, so wie bei der Fußballweltmeisterschaft 1982 in Spanien. War doch nicht so verkehrt, oder? Larissa hat zudem den Urlaub in Kärnten wieder salonfähig gemacht. Auf was warten wir noch? Nichts wie hin!

Sogar Winfried ließ sich von der Harmonie fast anstecken. Hin und wieder kommt sein Zynismus an den Tage, aber das müsst ihr, liebe Alpenländer verstehen. Und wir müssen das entschuldigen. Er ist in der DDR aufgewachsen und da brauchte man den Zynismus, um zu überleben. Wir hatten einen Westen und einen Osten, ihr nicht.
Allerdings muss man ihm seine Schauspielkunst vorhalten: Seit Winfried mit Molas Abschied begriffen hat, woher der Wind weht, ist er wie ausgewechselt. Der Teufel in ihm ist gezähmt – zumindest Larissa gegenüber. Ich sag nur: „Du wäscht Dich jetzt nicht!“ Meine Güte, wäre ich ausgerastet, wenn das so jemand zu mir gesagt hätte.
Seine über Jahrzehnte liebevoll erarbeiteten Schauspieleinlagen bringt er, ganz gleich ob in der Rolle des Teufels oder der liebevollen Vaterfigur, einmal mehr wunderbar an. Larissa macht Show, das ist klar, aber Winfried schauspielert. Das ist das, was er immer getan hat und womit er sein Geld verdient. Müsste eigentlich auch klar sein, aber keiner spricht darüber. Gabby hat es in ihrem Statement ja schon gesagt. Er wird ihr unheimlich. Das wird er, weil man ihn nicht fassen kann. Wie auch, wenn er nicht er selbst ist.

Strenge hat er – Anstand fehlt ihm: Mola A.

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RTL hat es früh am Tage vorweggenommen. Ex-Viva-Moderator Mola Adebisi würde die Dschungelprüfung abbrechen. Schnell machte es die Runde im Netz – und nahm etwas die Spannung. Dafür freute man sich auf den Skandal. RTL weiß nicht viel über Social Media, aber sie wissen, wie man PR macht.

Ab etwa 23 Uhr brach der Damm bei Twitter. Tausende Dschungelcamp-Zuschauer, mich eingeschlossen, scheinen eine andere Wahrnehmung zu haben als Mola Adebisi.
Er schwächelte schon, bevor er in der Dschungelprüfung war. Gemeinsam mit der Hypothek vom Vortrag, wo er nach eigener Aussage die Prüfung gerissen hatte, in dem er mit voller Hose und wie ein alter Mann die Sterne von Larissa auffing, machte ihn das noch ein ein wenig unsympathischer.
Geht das überhaupt? Ja, das geht.

Der Reihe nach: Mola stellte zuvor mehrfach die Leistungen von Larissa in Frage, die die Zuschauer zu ihrer eigenen Unterhaltung immer wieder in die Prüfungen gewählt hatten. Dann folgte der folgenschwere siebte Tag, den dem Mola den Mund zu voll nahm und Larissa Leistung mit verbundenen Augen auf einem schmalen Steg abtat, als wäre es nichts gewesen.
Nun schwante ihm am achten Böses. Er überlegte das Camp zu verlassen, ließ sich bitten wie ein kleines Kind. Und blieb. (Zum Glück, damit man ihn auch rauswählen kann…)
In der Dschungelprüfung schließlich versagte er auf ganzer Linie. Den einen Stern, den er und Larissa erspielt hatten, verdummbeutelte er regelrecht, weil er das Pieksen der Ameisen nicht mehr aushielt. Ich hätte ihn mir gerne in der Situation vorgestellt, in der Winfried und Larissa einige Tage zuvor gesteckt hatten. Keine 20 Sekunden hätte er durchgehalten.
Doch sein ungeschicktes Verhalten könnte man noch entschuldigen (will ich aber nicht), nicht aber sein verzogenes Selbstbild und sein nicht vorhandener Anstand. In der Folge entschuldigte sich Larissa bei ihm, dafür dass sie ihm endlich mal den Marsch geblasen hatte. Etwas, was Herrn Adebisi bereits vor Jahren mal gut getan hätte. Er sollte lieber über sich nachdenken, als über die Fehler anderer Menschen. Larissa hatte den Anstand, sich zu entschuldigen. Mola, der so etwas scheinbar nie gelernt hat, spielte hingegen das Opfer. Diese Rolle kennt er wohl gut, gut spielen kann er sie trotzdem nicht.
Zu guter Letzt beschuldigte Herr Adebisi Larissa und griff sie verbal an. Er gab ihr die Schuld an seinem Versagen. Tja, was soll man dazu anderes sagen als: WIDERLICH! Menschlich gesehen war das eine glatte Nullnummer. Etwas so null wie die Aktion von Matthieu Carriere, als er Pierre Kusmagk hängen ließ.
Schließlich frage ich mich, welcher Holzpfosten damals bei Viva gecastet hat. Ich hab Mola schon damals gelesen, schön dass er sich nun offenbart hat.

Molas Absturz – Dummlallen mit voller Hose in luftiger Höhe

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Wenn Du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht?

Ein Shitstorm war es nicht gerade, dennoch empörten sich viele Dschungelcamp-Zuschauer über den ehemaligen Viva-Moderator Mola Adebisi. Zuerst schwächelt ausgerechnet er in der Dschungelprüfung, dann stellt er sich hinterher als Sieger, Macher und Denker dieser Prüfung dar und schließlich schmälert er vor den „Mitbewohnern“ Larissas Ruhm. Der „erfahrene“ Winfried stimmt sofort darauf ein und suhlt sich im Macho-Wahn als gäbe es kein Morgen. Widerlich dieses Verhalten! Absolut widerlich.
Der Reihe nach:
In der Dschungelprüfung musste Larissa mit verbundenen Augen über einen schmalen Steg gehen, der noch dazu an wackeligen Seilen in schwindelerregender Höhe aufgehängt war. Ihr zu Hilfe stand Mola Adebisi, der das tat, wofür ihn ein Kölner Sender mal bezahlte: Dummlallen. Zugegeben, er hat Höhenangst, was er selbst zunächst nicht zugeben wollte, aber einer Person mit verbundenen Augen Anweisungen zu geben, in denen man rechts mit links verwechselt ist in keiner Weise eine Ruhmestat. Den Spruch „Guck doch mal“ kann er sich sonst wo hinstecken. Ich hätte mir gewünscht, dass er die Brille hätte tragen müssen, dann wären es nämlich null Sterne gewesen. Stattdessen fing er die Sterne, die Larissa ihm zuwarf wie ein alter Mann mit voller Hose.
Gut, man ist von ihm einiges gewohnt. Ich fand seine Viva-Moderationen immer ziemlich langweilig und sinnentleert, insofern überraschten mich die Anweisungen, die er der „blinden“ Larissa gab, in keiner Weise. Aber was sich danach im Camp abspielte, rief meinen Ekel hervor. Ekel vor nicht vorhandener Menschlichkeit. Schäme Dich, Mola Adebisi!
Kurz wurde auf dem Rückweg noch mit Larissa gefeiert, Mola beschwor den Teamgeist. Als jedoch die anderen, deren Meinung er kannte, in Sicht- und Hörweite waren, nutzte er die Gelegenheit und ließ sich als derjenige Dschungelheld feiern, der die acht Sterne heimgeholt hat. Tja Mola, verrechnet! Deine Campkollegen konntest Du täuschen, die Zuschauer aber nicht. Scheinbar setzte ihm die Höhenangst dermaßen zu, dass er unter Wahrnehmungsstörungen litt. Winfried stimmte sofort mit ein, als seien beide zwei früh pubertierende, die weder Rückgrat noch Anstand besitzen. Gentlemen verhalten sich zumindest anders. Und die von Mola propagierte „Strenge“ täte ihm selbst besser. Dann würde er nämlich bei der Wahrheit bleiben…
 
Ich sag nur „Gemmagemmagemmma, Mola, raus aus dem Camp!“

Die Bachelor-Rundschau

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Da haben wir ihn nun – unseren neuen Bachelor. Und ich muss ehrlich sagen, dass gerade die erste Stunde sehr unterhaltsam verlief, vor allem wenn man die Kommentare auf Twitter zur Sendung verfolgte.

Hier eine Zusammenstellung meiner Highlights:

Keinen A… in der Hose, Pro Sieben!

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Zugegeben, die TV-Sender probieren etwas. Manchmal. Und meist mit einem Konzept, von dem von vorneherein klar ist, dass man das Geld besser in ein Testbild investiert hätte, da dies einen höheren Unterhaltungswert bietet.

So geschah es letzten Sommer den beiden Shows von RTL und Pro Sieben, als man TV-Sternchen in die Wüste der ehemaligen Kolonien Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika schickte. (Von diesem TV-Schreck habe ich mich im Übrigen immer noch nicht erholt…) Nun versuchte der Münchner Sender es erneut. Dieses Mal sollte es eine Cinderella-Geschichte werden, in der irgendwer am Ende eine Million bekommen sollte. Man wollte dem Kleinen Mann also eine Geschichte bieten, mit der man sich identifizieren kann. Frei nach dem Motto: Gib dem Mob, was er braucht. Ich persönlich frage mich ja, ob der Mob nicht bei Pro Sieben arbeitet, immerhin kann man da ja nicht zählen. Aber das und das sind andere Geschichten…

Nun haben die Zuschauer die „Millionärswahl“ abgestraft. Aufgrund des Desinteresses strichen die Verantwortlichen die Sendung auf die Hälfte zusammen. Am Samstag sollte das Finale ausgestrahlt werden, nun läuft es im Internet. Peinlich. Noch peinlicher ist jedoch, dass die Website damit wird, dass die Show „nach Hause“ kommt. Hoffentlich wird sie dann auch da landen, wo sie hingehört. Auf dem Müll.

ProSiebenSat.1 versucht es jedoch krampfhaft weiterhin, die Geschichte positiv zu verkaufen, und gab bekannt: „Es begann im Web und endet im Web: Am Samstag steigt das Finale der „Millionärswahl“ um 20.15 Uhr live auf http://www.millionaerswahl.de und connect.prosieben.de.“

„Millionärswahl ist coming home. Das Finale läuft am Samstag, 20.15 Uhr live auf ProSieben.de – und nicht im TV“, so twitterte Pro Sieben. Na dann …

Ich frag mich nur, was jetzt am Samstag statt der Millionärswahl läuft. Egal, was es sein wird, ob man damit bessere Quoten macht, sei mal dahingestellt. Liebes Pro Sieben, wenn man schon solch eine Show produziert, dann sollte man auch den Arsch in der Hose haben, sie zu Ende zu senden. Das wäre zumindest ein Image-Gewinn für den Sender gewesen. Aber ihr übt ja noch am Zählen. Sorry, wenn ich zu viel verlange.

Skandal in der Schweiz!

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Das “Bumsmäuschen” schleicht sich in die Untertitel

Untertitel sind eine diffizile Angelegenheit. Das weiß das Schweizer Fernsehen SRF seit dem Wochenende. Der öffentlich-rechtliche Sender hat seine Reihe „Sport Aktuell“ vom Samstag mit anzüglichen Untertiteln für Hörbehinderte versehen. Statt Aussagen zu Bedingungen auf den Skipisten vom Rennwochenende waren Worte wie „Bumsmäuschen“ oder Schlimmeres zu lesen.

Was war passiert? „In der Tat ist uns am letzten Samstag ein kleines Malheur passiert. Die Untertitel gehörten zu einem Film, der auf SRF 2 lief. Aus unbekannten Gründen wurden die Untertitel auch auf SRF 1 ausgestrahlt, wo die Sendung ‚Sport Aktuell‘ lief“, sagt Gion Linder, Bereichsleiter Untertitelung Swisstxt, gegenüber Radio Top. Beim Film auf SRF 2 handelte es sich um die US-Komödie „Jungfrau (40), männlich, sucht“.
Die Schweizer Hörbehinderten nehmen es indes gelassen: Beim SRF sind nach eigenen Angaben keinerlei Reaktionen eingegangen. Die Schweizer nehmen es gelassen.

(Quelle: wuv.de)

Videotext für alle!

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Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir einer wahren TV-Innovation und ihrer etwas unbeholfenen Verbreitungsmethode.

«Videotext für alle» wurde im Oktober 1982 sowohl im Ersten Deutschen Fernsehen als auch im ZDF geboren und entstand rund zwei Jahre nach dem die technische Neuerung des Teletextes in Deutschland eingeführt wurde. Dies war ein zusätzliches, interaktives Angebot, durch welches die Zuschauer parallel zum traditionellen Programm mithilfe ihrer Fernbedienung Bildtafeln auswählen konnten, auf denen aktuelle Nachrichten oder Programmhinweise zu lesen waren. Vorgestellt wurde der Dienst bereits auf der Internationalen Funkausstellung im Jahr 1977, bevor er ab 1. Juni 1980 deutschlandweit über die Frequenzen der öffentlich-rechtlichen Hauptsender zu empfangen war. Weil der eigentliche Name „Teletext“ in Deutschland schon geschützt war, wurde das Angebot in „Videotext“ umbenannt.

Seine Inhalte wurden dabei über die sogenannte Austastlücke übertragen. Dahinter verbarg sich der Zeitraum, den der Elektronenstrahl in der Bildröhre eines analogen Fernsehgeräts benötigte, um wieder an seinen Ausgangspunkt zurückzukehren. In dieser Zeit wurde das Bild dunkel geschaltet, was jedoch so schnell ablief, dass es für das menschliche Auge unsichtbar blieb. In jener Lücke, die eben nicht für das eigentliche Fernsehbild genutzt werden konnte, ließen sich weitere Informationen wie z.B. VPS-Signale (ab 1985) oder der Teletext verbreiten. Da die Leerstelle jedoch sehr „klein“ war, konnten nur geringe Mengen an Daten übertragen werden, sodass pro Tafel insgesamt 25 sichtbare Zeilen mit je 40 Zeichen zur Verfügung standen. Zwei davon waren allein für Kopf- und Fußzeile reserviert. Dadurch wirkte der Text stets optisch wenig ansprechend und wurde schon bei seiner Einführung als rückständig eingestuft.

Bedingung für den Empfang war das Vorhandensein eines teletexttauglichen Fernsehgerätes, deren Verbreitung zu jener Zeit noch nicht sehr hoch war. Daher zeigten die beiden Sendeanstalten ab 1982 regelmäßig eine Auswahl der wichtigsten Teletext-Tafeln im laufenden, traditionellen Fernsehprogramm. Anders als beim eigentlichen Dienst hatten die Zuschauer dabei jedoch keinen Einfluss darauf, welche Tafeln gezeigt wurden, denn sie liefen in einer festgelegten Reihenfolge ab und sollten einen Überblick über das Angebot liefern.

Das erfolgte stets außerhalb der eigentlichen Sendezeiten, also in den Anfangsjahren am Ende des gemeinsamen Vormittagsprogramms von ARD und ZDF ab 13.15 Uhr für etwa eine Viertelstunde und dann noch einmal vor Beginn des jeweiligen Nachmittagsprogramms um 15.40 Uhr für rund 20 Minuten. Auf diese Weise kamen nicht nur alle Zuschauer in den Genuss der technischen Innovation, sondern die Sender konnten auch ihrer Informationspflicht außerhalb der Sendezeiten nachkommen und das Publikum auf einfache Weise mit aktuellen Nachrichten versorgen

Am 18. Juli 1987 zog dann der WDR als erster Regionalsender mit einer eigenen Version der Reihe nach und präsentierte in «WDR-Videotext für alle» eine Auswahl seines Angebots, das wiederum seit Januar 1983 in Betrieb war. Nach zehn Jahren endete im Jahr 1990 der Testbetrieb des Videotextes von ARD und ZDF und ging endlich in den Regelbetrieb über. Deswegen wurde nicht nur der Umfang des Angebots auf rund 400 Seiten, sondern auch seine Aktualität erhöht. Die Redaktion befüllte nun von 05.00 Uhr früh bis 03.00 Uhr nachts die Tafeln. Zudem wanderte das Format «Videotext für alle» ins Nachtprogramm und verkürzte auf diese Weise die Nachtlücke zwischen Sendeschluss und Frühprogramm.

Als ab 1. September 1995 das Erste sein Programm auf einen 24-Stunden-Betrieb ausweitete und die Nachtlücke von 03.00 Uhr bis 05.45 Uhr fortan mit Wiederholungen bestückte, verschwanden auch die Teletext-Tafeln aus dem regulären Programm. Beim ZDF blieb das Angebot unter dem Titel «Text aktuell» noch etwas länger auf Sendung, tauchte dann aber irgendwann auch nicht mehr in den Sendeabläufen auf.

«Videotext für alle» wurde in seiner letzten Variante im Jahr 1997 beerdigt und erreichte ein Alter von rund 15 Jahren. Das Angebot des Teletexts gibt es trotz aller anfänglichen Vorbehalte noch immer. Im Jahr 1988 zog Sat.1 als erster Privatanbieter nach, bevor in den Jahren 1992 und 1994 auch RTL und ProSieben folgten. Seit der Jahrtausendwende bieten ARD und ZDF keinen gemeinsamen Text mehr, sondern jeweils eine eigene Variante an. Das beschriebene technische Verfahren zur Übertragung der Bildtafeln wird übrigens beim analogen Fernsehen noch immer angewandt.

Möge die Reihe in Frieden ruhen!

(Quelle: http://www.quotenmeter.de)

5 Gründe, warum DSDS sofort abgesetzt werden sollte

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The show must go on…?

Kleingedachtes

Oh nein. DSDS Staffel 385 hat begonnen. Ein neues Jahr, ein altes Problem. Ich habe mal die 5 deutlichsten Gründe zusammengetragen warum DSDS sofort abgesetzt werden soll.

1. Grund – Es werden keine Sänger gesucht, sondern Geschichten

Kann man bei DSDS überhaupt von einer Castingshow reden? Ja, kann man. Und zwar von einer Castingshow wer die traurigste Geschichte mitbringt. Sei es Familiendramen, Krankheiten oder Sonstiges – DSDS nimmt alles und nur diese kommen weiter. Ich lach mich tot wenn jemand heutzutage immer noch so blöd ist, zu DSDS geht, und sich wundert warum man sich eigentlich nur über die Geschichte dahinter interessiert und sich deswegen heulend von der Kamera wegdrehen muss. Das sind doch die besten Szenen, oder nicht?

2.Grund – Die Jury, samt Dieter Bohlen, hat eine minderwertige Qualität

Dieter Bohlens Tage sind gezählt. Er hat einfach keine Ahnung davon was heute noch Musik ist und ankommt. Ja, jetzt…

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Fantastic Four 1 und Fantastic Four 2 – an Heiligabend Macht Pro7 dieses Mal alles richtig?

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In der Vergangenheit haben wir mehrfach darüber berichtet, dass Pro7 dazu neigt, die Reihenfolge berühmter Filmreihen zu durchbrechen. Häufig wird der neuere Teil zuerst gesendet. Im Anschluss folgt dann der ältere Teil. Dabei ist es dem Sender egal, dass die Handlung chronologisch angeschaut werden muss, weil sie von Autor, Regisseur und dem ganzen Team so entworfen wurde. Wir berichteten hier und hier.
Ich persönlich empfinde es als ignorant die neueren Teile zuerst auszustrahlen, also Spider-Man 3 vor Spider-Man 2. Ganz klar hat das einen wirtschaftlichen Hintergrund, weil man für den neueren Film besser zahlende Werbepartner findet. Ich verstehe schon. So ist es nicht. Dennoch finde ich es für den Zustand des aktuellen Fernsehens bezeichnend. Kommerz geht vor Unterhaltung.
Und dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Kunden des Privatfernsehens nicht die Zuschauer sind, sondern die Werbepartner. Diese Stationen existieren nicht, weil sie uns unterhalten wollen, sondern weil sie uns Werbung vorsetzen müssen, um im harten Kampf an der Wirtschaftsfront mit Gewinn zu bestehen. Ich hab mir diesen Kampf nicht herausgesucht. Sie haben so gewählt.
Nur schade, dass dabei noch die Zuschauer im Spiel sind. Gewissermaßen als Produkt, das man den Werbepartnern verkauft. Man muss ja nicht mitmachen, es gibt ja DVDs, Blurays usw.

In diesem Zusammenhang ist es löblich, dass Pro7 am 24.12. um 20:15 „The Fantastic Four 1“ zeigt, um im Anschluss „The Fantastic Four 2“ zu senden. Wahnsinn! Lest ihr hier mit? Oder wie kamt ihr auf diese crazy Idee. Der erste Teil kommt vor dem zweiten… Ich bin gerührt!

Ein Wehrmutstropfen bleibt. Seid ihr in München sicher, dass das genau das richtige für Heiligabend ist? Welche Werbeblöcke dürfen wir erwarten? Werbung für Gänsebraten? Fondue-Besteck? Maggis Kochstudio mit Würstchen und Kartoffelsalat? Ihr müsst ja nicht die „Letzte Versuchung Christi“ zeigen, aber die „Fantastic Four“ passen wirklich nicht zu Weihnachten. Und nicht falsch verstehen: Es gab schon Karfreitage, an denen „Rambo 3“ lief, und es geht mir nicht um religiöse Gefühle.
Mir geht es viel eher darum, dass ihr nicht versteht, was euer Publikum – ganz gleich, ob ihr es als eure Produkt oder die Idioten, die ihr verarschen wollt betrachtet – sehen möchte.
Denn irgendwann werdet ihr Werbeblöcke senden – und keiner schaut mehr hin.